Für viele ist Kuba das fürsorglichste Land der Welt, weil sein öffentliches Gesundheitssystem offensichtlich für alle zugänglich ist und die medizinische Versorgung „völlig kostenlos“ ist. Dies ist nur Teil der patriotischen Slogans, mit denen das Regime seit mehr als einem halben Jahrhundert um sich wirbt.
Kubaner zahlen einen hohen Preis für die „kostenlose“ Gesundheitsversorgung auf der Insel!
Gesundheitsversorgung kann in Kuba nicht als kostenlos angesehen werden. Denn genauer betrachtet bezahlen die Kubanerinnen und Kubaner hohe Kosten für ihre Gesundheitsversorgung.
- Der Grossteil der kubanischen Bürger ist dazu verpflichtet, nach dem Studium einen Sozialdienst zu leisten. Dieser ist gesetzlich verankert, dauert drei Jahre und bei Nichteinhalten wird der Berufstitel nicht erteilt und es erfolgt ein Ausschluss von der Berufsausübung.
Während des Sozialdienstes beträgt das Arbeitspensum 100 % und es werden in der Regel die gleichen Arbeiten verrichtet, wie sie für die regulären Arbeitnehmenden vorgesehen ist – jedoch zu einem sehr geringen Praktikantenlohn, der bei Weitem nicht zum Leben reicht! Die Arbeitsstelle für den Sozialdienst wird zugewiesen, sie kann nicht frei gewählt werden. Mit diesen drei Sozialdienst-Jahren werden signifikante Lohnkosten eingespart, die zur Finanzierung unter anderem der Gesundheitsversorgung genutzt werden.
Gesetz Nr. 116 des kubanischen Arbeits- und Sozialversicherungsgesetzes: KAPITEL VI: SOZIALER DIENST
Art. 69.– Der soziale Dienst besteht in der Erfüllung der Pflicht der Absolventen von Vollzeitausbildungen, die Kenntnisse auf dem höheren und professionellen technischen Niveau der Ausbildung erlangen, diese zum Nutzen der Gesellschaft in Übereinstimmung mit der Planung und den Prioritäten der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung einzusetzen. Während der Erbringung der sozialen Dienstleistung haben die Absolventen die Pflichten und Rechte, die mit ihrem Status als Arbeitnehmer verbunden sind.
Es ist die Pflicht der kubanischen Bürger, die eine höhere Vollzeit-Ausbildung absolvieren, sozialen Dienst zu leisten, einschließlich derjenigen, die diese Ausbildung im Ausland absolvieren.
Im Falle der Absolventen der technisch-beruflichen Ausbildung wird der soziale Dienst von denjenigen geleistet, die entsprechend dem Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften, die für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung erforderlich sind, zum Zeitpunkt ihres Abschlusses einem Unternehmen zugewiesen werden.
Das Verfahren für die Vermittlung von Absolventen ist in den Bestimmungen dieses Kodex geregelt.
Der Sozialdienst dauert drei Jahre und wird mit dem aktiven Wehrdienst kombiniert, so dass die Summe aus beidem drei Jahre beträgt und an dem Ort und in der Dienststelle abgeleistet wird, der dem Absolventen zugewiesen ist.
Bei ungerechtfertigter Nichteinhaltung wird der Ausschluss von der Berufsausübung unter den in den Vorschriften dieses Kodex vorgesehenen Bedingungen beantragt. - Die Entlohnung in Form von Geldbeträgen ist in Kuba sehr niedrig und die monatlichen Ausgaben können damit nicht gedeckt werden. Das hat sich auch bei den 2021 erfolgten Lohnerhöhungen nicht signifikant geändert, da gleichzeitig die Preise erhöht wurden.
Der Lohn eines Arbeitnehmers besteht aus zwei Teilen: dem konkret ausbezahlten Lohn und der Bereitstellung universeller sozialer Dienste. Universelle soziale Dienste sind in erster Linie die Schulbildung und das Gesundheitswesen. Das bedeutet, dass den kubanischen Arbeitnehmern bereits ein (in Zahlen nicht bekannter) Anteil des Lohnes nicht ausbezahlt wird, sondern dass dieser Teil zur Finanzierung der Schulbildung und der Gesundheitskosten genutzt wird.
Somit ist die Gesundheitsversorgung nicht gratis, denn ein Teil des Lohnes wird nicht ausbezahlt, sondern zur Finanzierung der Gesundheitsversorgung genutzt, was de facto als Steuer betrachtet werden kann. Diese Regelung ist sogar in der Verfassung aufgeführt.
Art. 31. Arbeit ist ein Grundwert unserer Gesellschaft. Es ist ein Recht, eine soziale Pflicht und eine Quelle der Ehre für alle, die in der Lage sind zu arbeiten. Bezahlte Arbeit muss die Haupteinkommensquelle sein, die menschenwürdige Lebensbedingungen unterstützt, die Steigerung des materiellen und geistigen Wohlstands und die Verwirklichung individueller, kollektiver und sozialer Projekte ermöglicht.
Eine der geleisteten Arbeit entsprechende Entlohnung wird durch die gleichberechtigte und unentgeltliche Bereitstellung universeller sozialer Dienste und anderer Leistungen und Vergünstigungen ergänzt.
Art. 90. Die Ausübung der Rechte und Freiheiten, die in dieser Verfassung vorgesehen sind, bringt Pflichten mit sich. Die Pflichten der kubanischen Bürger sind, zusätzlich zu denen, die in dieser Verfassung und den Gesetzen festgelegt sind:
d) zur Finanzierung der öffentlichen Ausgaben in der gesetzlich festgelegten Weise beizutragen;
f) Militär- und Sozialdienst in Übereinstimmung mit dem Gesetz zu leisten;
- Ausserdem ist die Studienmethode im Gesundheitssektor „work-study“, was bedeutet, dass während des gesamten Studiums etwa 70% aus Unterrichtszeit besteht und etwa 30% der Zeit „praktische Arbeit“ im Gesundheitssektor geleistet wird. Diese praktische Arbeit sollte als Arbeitserfahrung dienen, doch es ist in der Regel vollwertige ARBEIT. Die Arbeit, die die Studenten verrichten, ist die Arbeit, die eigentlich von den Arbeitnehmern verrichtet werden sollte, die diese Funktionen normalerweise ausüben, und die es nicht gibt, was bedeutet, dass viele Gehälter eingespart werden.
„Im Falle der Medizin, und das kann ich Ihnen mit Klarheit und Wissen sagen: Ab dem dritten Jahr arbeiten wir täglich 4 Stunden von Montag bis Freitag in Krankenhäusern, wir haben mindestens einmal in der Woche 6 Stunden Bereitschaftsdienst, wir arbeiten den ganzen Samstagvormittag in Kampagnen gegen Mücken und wir können z.B. jederzeit während des Kurses aufgrund von Epidemien „mobilisiert“ werden. Im Jahr 3 war ich zwei Monate mobilisiert, im Jahr 4 einen Monat. Während dieser Zeit nahmen wir nicht am Unterricht teil und arbeiteten jeden Tag 4 Stunden plus 12-Stunden-Nachtschichten. Kurz gesagt, aus meiner Sicht ist es nicht kostenlos. Und wenn Sie nicht gehen wollen, hat das Auswirkungen auf Ihre Note, denn die Studienmethode ist ein Arbeitsstudium.
Ich arbeitete auf einer Abteilung mit ca. 200 Patienten. Offensichtlich gab es einen diensthabenden Arzt, eine Krankenschwester und nachts etwa 15 Medizinstudenten, die die harte Arbeit erledigten: alle 4 Stunden bei der Visite die Vitalparameter zu überprüfen und die Ergebnisse in die Krankenakte einzutragen. Wir hatten kaum Zeit, eine Runde zu beenden, bevor wir mit der Nächsten beginnen mussten, obwohl wir sehr viele waren. Stellen Sie sich vor, wie viel Geld gespart wurde, als wenn man Krankenschwestern und Ärzte hätten bezahlen müssen, um die Arbeit für jeden von uns zu erledigen!“
Aussage einer kubanischen Medizinstudentin, 2020
Gesundheitssystem für alle gleich – ganz nach sozialistischer Manier?
Die Gesundheitsversorgung ist geprägt vom kubanischen sozialistischen Staat. Der Mythos von Kuba als medizinischer Potenz dank der marxistischen Revolution wurde der Welt von Fidel Castro in einem beeindruckenden Paket verkauft: kostenlose medizinische Dienstleistungen, unabhängig von Klassendenken, für alle Bürger in gleicher Qualität offeriert. Dies entspricht jedoch nicht der Wahrheit. Auf der Insel gibt es nicht nur ein oder gar zwei Systeme, sondern gleich drei:
Krankenhäuser und Gesundheitsversorgung für Touristen und Medizintourismus
Das erste betrifft Ausländer, die eigens nach Kuba reisen, um sich medizinisch versorgen zu lassen. Dies wird als „Medizintourismus“ bezeichnet. Die Touristen zahlen in ausländischer Währung, die dem Regime Sauerstoff liefert. Und die Einrichtungen, in denen sie behandelt werden, sind sauber, gut ausgestattet und auf dem neuesten Stand der Technik. Einrichtungen, die nur für Ausländer zugänglich sind, machen ein großes Geschäft mit Botox-Behandlungen, Fettabsaugungen und Brustimplantaten. Wir sollten auch nicht vergessen, dass es in Kuba noch viele andere getrennte oder segregierte Einrichtungen gibt. Man spricht von „touristischer Apartheid“, wo es zum Beispiel getrennte Hotels, getrennte Strände, getrennte Restaurants gibt, die alle von der normalen Bevölkerung getrennt sind.
Viele Ausländer, die Kuba besuchen, kommen beeindruckt von den kubanischen Krankenhäusern zurück, ohne zu wissen, dass die meisten von ihnen schon vor der Revolution existierten
Es stimmt, dass während der Jahre des Castro-Regimes viele Krankenhäuser in Havanna und in den Provinzen gebaut wurden. Die UdSSR (Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken) schickte Kuba eine Subvention in Höhe von 6.000.000.000.000 Dollar pro Jahr, deren Gesamtbetrag in den erhaltenen Jahren viel höher ist als die Hilfe, die der Marshallplan am Ende des Zweiten Weltkriegs ganz Europa gewährte. Betrachtet man jedoch das kubanische Krankenhaussystem, so fällt einem eine beschämende Ungleichheit auf, die man nur als „medizinische Apartheid“ bezeichnen kann. Die Gruppe der Krankenhäuser, für die im Ausland ausgiebig und teuer geworben wird, um Patienten anzuziehen, die in ausländischer Währung zahlen, ist mit allen notwendigen technischen Mitteln ausgestattet, die im Ausland gekauft wurden. Es handelt sich um luxuriöse Krankenhäuser, die im Ausland in Hochglanzbroschüren mit schönem Druck beworben werden.
Zu den Programmen des Gesundheitstourismus gehören renommierte Gesundheitszentren, Mineralheilbäder und hochmoderne Gesundheitszentren, die sich auf medizinische und zahnmedizinische Untersuchungen, Behandlungen von Sonnenbrand, Vitiligo, Alopezie, Asthma, Bluthochdruck, Fettleibigkeit und „Anti-Stress“-Kuren spezialisiert haben. In keiner dieser Propaganda-Publikationen ist die Rede von Ressourcenknappheit oder Medikamentenknappheit.
A esas instituciones sólo tienen acceso los extranjeros, los diplomáticos, los miembros de la nomenclatura, los funcionarios del régimen y sus familiares, y todo aquél que pague en dólares, pero están totalmente vedadas al sufrido pueblo de Cuba.
Krankenhäuser und Gesundheitsversorgung für die kubanischen Eliten
Das zweite Gesundheitssystem ist für die kubanischen Eliten bestimmt: die Partei, das Militär, die offiziellen Künstler und Schriftsteller. Ja, trotz aller Propaganda wurde der sozialistische Gedanke, dass alle Bürger gleich sind, im sozialistischen Kuba nie umgesetzt – die Bürger sind nicht gleich, es gibt eine Elite! Ihr System ist, wie das der Medizintouristen, erstklassig.






Die Behandlungsräume, die Zimmer für die Patienten sowie die sanitären Anlagen entsprechen einem modernen, zeitgemässen bis hohen Standard. Alle Räume sind mit Klimaanlagen ausgestattet. Das Essen ist gesund, variantenreich und schmackhaft zubereitet. Es gibt ebenfalls internationale Apotheken, wo eine grosse Auswahl an Medikamenten besorgt werden kann. Die Hygiene, der Service und die Qualität der Behandlungen werden stets gewährleistet und es scheint den Patienten an nichts zu fehlen. So wie es sich für ein Gesundheitssystem, das von der kubanischen Regierung als eines der Besten der Welt angepriesen wird, gehört.

































Hilda Molina, Gründerin des Centro Internacional de Restauración Neurológica (CIREN) – Internationales Zentrum für neurologische Wiederherstellung
Im Alter von 15 Jahren schloss sich Hilda Molina, die in religiösen Schulen erzogen wurde, dem an, was sie „dieses Epos“ nennt. Sie wollte, dass es keine Ungerechtigkeit gibt, dass Kuba ein vernünftiges Gesundheitssystem hat. Sie glaubte an das, was Fidel Castro 1959 sagte. Ihre Mutter hatte ihr gesagt, sie möge ihn nicht, weil er so hasserfüllt spreche.
Die junge Hilda beschäftigt sich mit Alphabetisierung und landwirtschaftlicher Arbeit. Später studiert sie Medizin mit hervorragenden Ergebnissen. Sie war die erste Frau, die einen Abschluss als Neurochirurgin machte. Dann stellt sie fest, dass Kuba weit davon entfernt ist, eine medizinische Macht zu sein, und sie vermisst den Kontakt mit Wissenschaftlern aus dem Ausland.
Sie fand einen Weg, die führenden wissenschaftlichen Zeitschriften der Welt zu lesen, und nahm Kontakt zu einer Reihe von Forschern auf, die sie um Hilfe bat. Sie begann, ihren Traum von der Gründung eines internationalen Zentrums für Neurochirurgie zu verwirklichen. In den Jahren 1983 und 1984 nahm sie an einer medizinischen Mission in Algerien teil, eine sehr schwierige Erfahrung, die ihr immerhin ermöglichte, ihre Korrespondenz fortzusetzen, ohne Verdacht zu erregen. Sie bittet die Forscher, mit denen sie Kontakt aufgenommen hat, um Hilfe bei der Gründung der Einrichtung.
Nach ihrer Rückkehr nach Havanna beantragte sie beim Gesundheitsministerium Genehmigungen, ohne eine Antwort zu erhalten, aber ihre Kontakte zur Außenwelt erregten das Misstrauen des Regimes. Aus diesem Grund befahl der Kommandant, die Ärztin zu suchen. Als sie ihm ihre Absicht erklärte, wurde Fidel klar, dass das Zentrum in seine Pläne passen könnte.
„Ich sagte ihm, dass ich Hilfe gesucht hatte, weil wir im Rückstand waren und die kranken Kubaner es nicht verdienten. Ich bat ihn, mir zuzuhören, und er entschied sich, mich zu befragen. Er erkannte, dass diese Frau es geschafft hatte, das Zentrum in Kuba zu bekommen. Er bat mich, und es war noch früh am Morgen, ihm das Projekt zu zeigen. Er las den Plan und sagte mir, er sei genehmigt“, erklärt Hilda Molina. „Er sagte mir: ‚Das gehört dir, den Wissenschaftlern der Welt. Und natürlich mir. Ich erwiderte, dass es ein Geschenk für die kranken Kubaner sei. Und er sagte: ‚OK'“, erinnert sie sich.
Das Castro-Regime stiftete das Gebäude für das Zentrum, das im Januar 1989 gegründet wurde. Um alles andere kümmerten sich Hilda Molina und die Wissenschaftler, die ihr ihre Unterstützung zugesagt hatten. Von da an begann Fidel, das Zentrum zu besuchen und mit der Ärztin zu sprechen, die den so genannten Sozialismus des 21. Jahrhunderts aus erster Hand kennen lernte. Sie lernte Fidel kennen wie nur wenige Menschen auf der Welt. Und sie erstellte nach und nach ein psychologisches Profil des kubanischen Führers.
Hilda Molina, die auf Geheiß von Fidel Castro Abgeordnete war, brach 1994 mit dem Castroismus, als sie erkannte, dass man das Zentrum, das sie mit internationaler Hilfe für die hervorragende Behandlung von Kubanern geschaffen hatte, in ein Unternehmen für die Behandlung von Ausländern verwandeln wollte.

Zunächst wollten sie nur ein paar Betten für ausländische Patienten aufstellen, doch dann verlangten sie mehr Platz. Das war nicht ihre Idee, also verließ sie das Zentrum und distanzierte sich. 1994 zog ihr Sohn Roberto Quiñones – ein Neurochirurg, der mit ihr zusammenarbeitete – nach Argentinien, dem Herkunftsland seiner Frau, wo er eine Klinik für neurologische Wiederherstellung einrichtete. Nach der Abreise ihres Sohnes reagierte die Castro-Regierung mit einem Ausreiseverbot für Hilda Molina. Seitdem hat sie immer wieder um die Erlaubnis gebeten, nach Argentinien zu reisen. Die kubanische Regierung lehnte Molinas Antrag stets mit dem Argument ab, ihr Gehirn sei das Erbe des Landes, aber sie und ihre Familie führten eine intensive internationale Kampagne durch, um humanitäre Gründe zur Rechtfertigung der Reise geltend zu machen. Schließlich, nach 15 Jahren, konnte sie Kuba verlassen und zu ihrem Sohn nach Argentinien reisen.
Krankenhäuser und Gesundheitsversorgung für kubanische Bürger im Allgemeinen
Schließlich gibt es noch das echte kubanische System, das von den Bürgern im Allgemeinen genutzt werden muss. Im Gegensatz zum Luxus der Einrichtungen für Touristen und die kubanische Elite befindet sich die überwiegende Mehrheit der anderen Krankenhäuser in Havanna und im Rest der Insel in einem beklagenswerten Zustand, in dem die Grundlagen fehlen, die Hygiene durch Abwesenheit glänzt, die Operationssäle kontaminiert sind und Operationen abgesagt werden müssen, die Instrumente knapp sind und wiederverwendet werden müssen, was Infektionen begünstigt, ein unhaltbarer Mangel an Röntgenfilmen herrscht, das völlige Fehlen von medizinischem und chirurgischem Einwegmaterial, und wo die Patienten ihre eigenen Laken, Kissen, Decken und sogar Lebensmittel mitbringen müssen.
In den Apotheken fehlt es an Medikamenten, nicht nur an den modernsten Antibiotika, sondern oft auch an so elementaren Dingen wie Aspirin, und Katheter und Sonden müssen nach der Desinfektion in kochendem Wasser, das keine ausreichende Sterilisation bewirkt, zur Wiederverwendung aufbewahrt werden. Hier wird kaum investiert, es fehlt an allem: an angemessener technischer Ausstattung, an geeigneter Ausrüstung wie OP-Material, Kleidung, Handschuhen, Mundschutz, Desinfektionsmitteln, Medikamenten, Hygiene und Gebäuden in akzeptablem Zustand. Die Krankenhäuser und Kliniken sind so unhygienisch, dass die Patienten zu Hause besser aufgehoben wären, ganz gleich, wo sie wohnen.
So sehen die meisten öffentliche Krankenhäuser in Kuba aus
(Bilder aufgenommen zwischen 2015 und 2021)
Die meisten Krankenhäuser, Kliniken und Praxen befinden sich in einem verwahrlosten, ungewarteten Zustand. Die Regierung baut das Krankenhaus, doch die Wartung scheint nicht auf dem Programm zu stehen. Anstatt die Verantwortung zu übernehmen, die Anlagen regelmässig zu warten, und zwar komplett inklusive Fassaden, Fenster, Dächer, Bausubstanz, sanitäre Anlagen, Inneneinrichtung, wie es sich für einen verantwortungsvollen Staat gehört, wird nach dem Bau einfach nichts gemacht. Höchstens werden die Fassaden hin und wieder gestrichen, insbesondere dann, wenn ein Funktionär des Staates in der Gegend weilt oder wenn sich das Krankenhaus in der Nähe eines Tourismus-Gebietes befindet – Schein ist wichtiger als Sein! Renovationen werden so lange herausgezögert, bis das Gebäude ganz verlottert ist und entweder eine viel kostspieligere Totalrenovation vorgenommen werden muss, oder das Gebäude muss ganz aufgegeben werden.









Inneneinrichtung von öffentlichen Krankenhäusern
Viele werden kaum glauben, dass dies ein Krankenhaus ist, insbesondere ein kubanisches Krankenhaus. Die Propaganda für das sozialistische System ist enorm und seit 6 Jahrzehnten konstant. Kein Vertreter einer internationalen Organisation hat jemals ein kubanisches Krankenhaus betreten, in dem es nicht genügend Medikamente, Spritzen und Reagenzien gibt. …. Manchmal gibt es nicht einmal Wasser! Ist ein gutes Gesundheitssystem ohne Wasser in den Krankenhäusern möglich? Dies sind die Dinge, die in den Berichten der WHO, der UNICEF und anderer Organisationen, die heuchlerisch die Realität in Kuba verschleiern, nicht erwähnt werden. Bevor es das Internet in Kuba gab, hatte die Regierung die Realität des Landes immer sehr gut versteckt, vor allem das Innere der Krankenhäuser.
Es ist wichtig zu wissen, dass die meisten dieser Videos und Fotos anonym sind, da jeder, der dabei erwischt wird, die Realität der kubanischen Krankenhäuser zu dokumentieren, entweder entlassen oder inhaftiert wird. Das Fotografieren in Krankenhäusern und Schulen ist nach wie vor verboten.
In kubanischen Krankenhäusern gibt es kaum klimatisierte Räume, manchmal gibt es Ventilatoren. Kuba ist ein tropisches Land mit hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit fast das ganze Jahr über. Ein Aufenthalt im Krankenhaus ohne Klimaanlage ist unerträglich.











Patientenzimmer von öffentlichen Krankenhäusern
Es kommt regelmässig in allen Teilen des Landes vor, dass die Patienten für ihren Krankenhausaufenthalt selbst für das Notwendige sorgen müssen, da es im Krankenhaus an allem fehlt. So müssen die Patienten für ihren Aufenthalt alles selbst mitbringen und besorgen: eigene Laken, Seife, Handtücher, Lebensmittel, Glühbirnen, Toilettenpapier, Ventilatoren und sogar die grundlegendsten Medikamente wie Schmerzmittel oder Antibiotika. Es gibt Krankenhäuser, in denen das Wasser knapp ist, und die Angehörigen müssen Wasser in Eimern tragen, um ihre Patienten zu baden.

























Sanitäre Anlagen von öffentlichen Krankenhäusern
Mangelnde Hygiene ist das größte Problem, sei es bei den sanitären Anlagen, in den Operationssälen der Krankenhäuser, in den Ambulanzen oder in den Zahnarztpraxen. Alle Gesundheitseinrichtungen sind zunehmend schmutzig und vernachlässigt, die Gesundheitszentren sind Brutstätten von Bakterien und Infektionen. Der schlechte Zustand der medizinischen Einrichtungen und der Hygiene lässt in den meisten dieser verfallenen Orte viel zu wünschen übrig, in denen täglich das Leben und die Gesundheit der Kubaner auf dem Spiel stehen.
Kein Wasser in öffentlichen Krankenhäusern!
Fehlendes Wasser ist ein ständiges Problem in den kubanischen Krankenhäusern. Die Wasserspeicher reichen nicht aus, um alle Dienstleistungen des Krankenhauses zu gewährleisten. Die Krankenhäuser haben Probleme mit den Wasserspeichern, den Zisternen, außerdem bestehen Lecks in den Stationen, und es ist möglich, dass die unterirdischen Netze undicht sind, weil sie sehr alt sind. Obwohl versucht wird, Alternativen zu finden, den Wassermangel abzumildern, zum Beispiel indem die Wasserpumpen teilweise in der Nacht abgeschaltet werden, gefährdet natürlich das Fehlen von Wasser in flüssiger Form, wie es eigentlich sein sollte, die Hygiene, die Sepsisraten und sogar die technischen Standards einer solchen Einrichtung.













Essen in öffentlichen Krankenhäusern
In „normalen“ Ländern werden den Kranken Blumen ins Krankenhaus gebracht. In Kuba wird ihnen das Essen gebracht. Familien, die die Möglichkeit haben, bringen ihren Verwandten im Krankenhaus dreimal am Tag Essen. Das Krankenhausessen ist schlecht zubereitet, dürftig und eintönig.




Behandlungsräume in öffentlichen Krankenhäusern
In kubanischen Krankenhäusern und Kliniken werden Einweghandschuhe manchmal gewaschen und wiederverwendet, sofern Handschuhe vorhanden sind, denn oft gibt es einfach keine. Die Regierung verbietet den Kubanern, selbst Fabriken zur Herstellung von Handschuhen oder irgendwelchen anderen Artikeln zu gründen, und verbietet auch, sie in großen Mengen einzuführen, da es im Sozialismus kein privates Eigentum gibt, alles gehört dem Staat.
Der kritische Zustand der Krankenhäuser und Gesundheitszentren auf der Insel ist für niemanden mehr eine Überraschung, und das öffentliche Gesundheitssystem in Kuba wird immer häufiger in Frage gestellt, wobei die Regierung wenig oder nichts unternimmt, um das Image dieser Einrichtungen zu verbessern. Die Machthaber nehmen die Beschwerden, die zunehmend in den sozialen Netzwerken geäußert werden, nur selten zur Kenntnis. Sie ziehen es vor, diese Realität zu ignorieren oder einfach zu behaupten, es handele sich um „Medienmanipulationen zur Verzerrung der Errungenschaften der Revolution“. Die Bilder sprechen jedoch für sich selbst und belegen die unglücklichen Erfahrungen von nicht wenigen Patienten.
„Ich hatte bereits sieben Monate auf eine Operation gewartet, und einmal fehlte dies, ein ander Mal fehlte das, also habe ich mich an die richtigen Leute gewandt, um die Operation zu beschleunigen. Es waren meine eigenen Verwandten, die mich mit dem Bett in den Operationssaal schieben mussten, da es kein Personal dafür gibt. Es ist wirklich ein beschämender Anblick, dass sie niemanden haben, der dich von einem Ort zum anderen bringt. Ich war seit der Geburt meiner Tochter nicht mehr in einem Operationssaal, und um ehrlich zu sein, ist es beschämend, in welchem Zustand diese Einrichtungen sind und welch miserable Versorgung wir Kubaner erhalten. Zerrissene und blutverschmierte Laken, schmutzige Toiletten und Säle voller Spinnweben. So operieren sie uns in Kuba. Und nach der Operation, sobald man den Raum verließ, gab es keine Privatsphäre mehr, und sowohl Männer als auch Frauen waren halbnackt, mit zerfledderten und befleckten OP-Kitteln, in einen Korridor gepfercht.
Was ich dort erlebt habe, wünsche ich niemandem, und ich sage es ehrlich, wenn ich es sagen muss: Wenn das der Preis ist, den wir Kubaner für eine angeblich kostenlose Gesundheitsversorgung zahlen müssen, dann will ich das einfach nicht. Ich denke nicht, dass wir uns damit abfinden müssen, wie Tiere behandelt zu werden“.
Kubanische Patientin, 2019









Während einer Operation dringt Wasser durch die Decke!
Hospital Hermanos Ameijeiras, La Habana
Es ist wichtig zu wissen, dass die meisten dieser Videos und Fotos anonym sind, da jeder, der dabei erwischt wird, die Realität der kubanischen Krankenhäuser zu dokumentieren, entweder entlassen oder inhaftiert wird. Das Fotografieren in Krankenhäusern und Schulen ist nach wie vor verboten.
Ambulanz in der öffentlichen Gesundheitsversorgung
Wenn in Kuba ein Krankenwagen gerufen wird, kommt er normalerweise nicht. Die Antwort könnte lauten: Es gibt keinen Treibstoff. / Der Krankenwagen ist kaputt, wir warten auf Ersatzteile. / Der Krankenwagen ist ausschliesslich für die Provinz.








Mangel an Medikamenten
Die kubanische Regierung hat ein Monopol auf die Einfuhr, die Herstellung, den Vertrieb und den Verkauf aller Arzneimittel in Kuba. Für die Bevölkerung gilt ein Verbot, Arzneimittel einzuführen, herzustellen, zu vertreiben und zu verkaufen. Wenn ein Medikament in Kuba nicht erhältlich ist, wessen Verantwortung ist das?
„Mit Beharrlichkeit, Talent und Engagement haben sie die widrigen Umstände überwunden und in einem solch ungünstigen Szenario wichtige Ergebnisse erzielt, sagte Präsident Miguel Díaz-Canel anlässlich der Jahresbilanz der Unternehmensgruppe BioCubaFarma. […]
[…] Er hob unter anderem die Erfüllung des Exportplans mit der Vermarktung von mehr als dreihundert Produkten in 43 Ländern hervor. Es gibt keine andere kubanische Organisation, die so viele Produkte herstellt und in so viele Länder exportieren kann, sagte er. […]
[…] Obwohl die wichtigsten wirtschaftlichen und finanziellen Indikatoren erfüllt wurden, konnte dies das Fehlen einer Gruppe von Arzneimitteln im eigenen Land nicht mildern, was zu Unzufriedenheit in unserer Bevölkerung führt, sagte er. […]
[…] Bei der Vorstellung der Jahresbilanz der Geschäftsführung von BioCubaFarma für das Jahr 2019 erklärte der Präsident Dr. Eduardo Martinez Diaz, dass der Plan für die kommerzielle Produktion zu 107,3 % erfüllt wurde, während 887 Produkte an das nationale Gesundheitssystem geliefert wurden, davon 357 Arzneimittel.
Diese Zahl entspreche 57 % der Grundliste des Landes, während im Jahresdurchschnitt 47 Arzneimittel (13 %) fehlten, darunter acht von der Kontrollkarte.“
Quelle: Artikel aus der kubanischen Zeitung Granma, 2020

Es stellt sich die Frage, ob die Liste der exportierten Arzneimittel auch jene Medikamente umfassen würde, die auf dem heimischen Markt nicht erhältlich sind oder deren knappes Vorhandensein zu endlosen Warteschlangen in den Apotheken des Landes führt. Alles deutet darauf hin, dass sie es tun.
Situationen wie diese im Zusammenhang mit Arzneimitteln erklären, warum die einfachen Kubaner den Exporten des Landes oft so ablehnend gegenüberstehen, so wie sie auch die Privilegien, die internationale Touristen in den Hotel- und Freizeiteinrichtungen des Landes genießen, oft abgelehnt haben. Denn jeder kann verstehen, dass Kuba seine Exporte steigern oder Dienstleistungen erbringen muss, die Deviseneinnahmen bringen, aber dies auf Kosten der Bedürfnisse der Bevölkerung zu tun, ist schon ein starkes Stück.
Öffentliche Apotheke Kuba:





Internationale Apotheke Kuba:




Geschenke der Patienten für die Ärzte
Das Prinzip der gleichen (niedrigen) Löhne für alle – seit 2021 nicht mehr gleich, aber ohne grosse Unterschiede – führt dazu, dass kubanische Ärzte trotz ihres jahrelangen Studiums extrem unterbezahlt sind und ihr Lohn, wie bei den anderen auch, kaum zum Leben reicht. Für viele Ärzte in Kuba ist es eine Herausforderung, über die Runden zu kommen, da niedrige Gehälter und hohe Preise das Leben der Kubaner im Allgemeinen sehr schwierig und untragbar machen. Für einige Mitarbeiter des Gesundheitswesens sind Geschenke von Patienten eine wertvolle Hilfe, für andere ist der Rückverkauf der am schwersten zugänglichen Dienste der einzige Ausweg.
„Wir Ärzte sind Menschen wie jeder andere Kubaner auch. Wir haben die gleichen Nöte, wir haben die gleichen Engpässe und ein Gehalt, das nicht ausreicht, ich könnte sogar sagen, schlechter als jeder andere, denn wir Ärzte hier sind Sklaven der Regierung. Wir überleben praktisch dank der Geschenke, die uns die Patienten machen, seien es ein paar Bananen, eine Flasche Öl oder eine Packung Softdrinks. Ich bin dagegen, Dienstleistungen zu verkaufen, die kostenlos sein sollten. Ich weiß, dass dies ein Phänomen ist, das es schon seit langem gibt, und dass es gegen die Berufsethik von uns Ärzten verstößt.“
Aussage eines kubanischen Arztes, 2021
Kein Gesundheitssystem ist kostenlos. Es ist vielleicht die größte Belastung für jeden Staat, denn es verursacht hohe Kosten für den Bau, die Instandhaltung und die Reparatur von Gesundheitseinrichtungen, Ausrüstungen, Versorgungsgütern, Gehältern für das Personal, Energie, Lebensmitteln, Medikamenten… Die grundlegende Aufgabe eines Staates besteht darin, seine Ressourcen effizient zu verwalten, weshalb es besser ist, sie nicht durch eine ineffiziente Bürokratie zu verschwenden. Es sollte also klar sein: In Kuba ist es nicht der Staat, der diese Dienstleistungen „kostenlos“ zur Verfügung stellt, und auch nicht der Präsident, der sie aus seiner eigenen Tasche bezahlt.
Um zu erklären, wie die Kosten des Gesundheitssystems gedeckt werden, können wir ein marxistisches Konzept verwenden, nämlich das des Mehrwerts, das uns helfen kann zu verstehen, wohin das von uns produzierte Geld fließt, und gleichzeitig werden wir die beiden Systeme einbeziehen, die dies in den meisten Ländern üblicherweise abdecken, das Steuersystem und das Versicherungssystem, wobei wir auch die vierte Möglichkeit analysieren, dass wir direkt für die Dienstleistungen bezahlen.
1. Mehrwert:
Obwohl dieses Konzept von marxistischen Gelehrten entwickelt wurde, um den Kapitalismus zu kritisieren, erreicht der Mehrwert gerade in sozialistischen Ländern einen höheren Prozentsatz, weil die Löhne niedriger sind. Der Teil des erwirtschafteten Geldes, der nicht an den Arbeitnehmer ausgezahlt wird, verbleibt als Gewinn für die staatlichen Unternehmen, für die die Mehrheit der Arbeitnehmer des Landes arbeitet, und dient als Grundlage für das Volkseinkommen, aus dem unter anderem das öffentliche Gesundheitswesen, das Bildungswesen, die Sozialversicherung, die Militärausgaben, die Ausgaben für den Staatsapparat und die Rücklagen für Unvorhergesehenes entnommen werden.
2. Steuern:
In den meisten Ländern, in denen die Privatwirtschaft in der Mehrheit ist, stammt der Staatshaushalt, der zur Deckung der oben genannten Ausgaben verwendet wird, hauptsächlich aus den von Privatpersonen und Unternehmen gezahlten Steuern. In den meisten Ländern Europas, Kanadas und Japans ermöglichen Steuersysteme die Aufrechterhaltung „kostenloser“ Gesundheitsdienste für Bürger und Einwohner.
3. Versicherungen/Krankenkasse:
Im Rahmen des Versicherungsvertrags zahlen die Versicherten eine (monatliche oder jährliche) Prämie, die die Deckung aller vereinbarten Kosten im Falle des Eintritts der in der Police festgelegten Bedingung (Tod, Unfall, Brand, Sachschaden, Krankheit usw.) garantiert. Die Versicherung basiert auf mathematischen Formeln, die das Risiko des Eintritts der Bedingung berechnen, so dass in der Praxis jeder für diejenigen zahlt, die die vereinbarte Leistung benötigen. Das System der Kliniken, das vor 1959 in Kuba bestand (z. B. „La Colonia Española“), funktionierte wie ein Versicherungssystem. Die Person zahlte eine geringe monatliche Gebühr, die jede Gesundheitsleistung in diesen Kliniken garantierte.
4. Bargeld:
Die Bezeichnung bezieht sich auf den Zeitpunkt und nicht auf die Art der Bezahlung. Der Patient zahlt nur für die Gesundheitsleistung, die er zu dem Zeitpunkt erhält, zu dem er sie in Anspruch nimmt. In diesem System verwaltet die Person mehr von ihrem Geld, ist aber einem größeren Risiko ausgesetzt, wenn sie krank wird, da die Kosten für Dienstleistungen sehr hoch sind.
Der Unterschied zwischen den oben genannten Konzepten besteht nicht darin, wer zahlt – es sind immer die Arbeitnehmer – sondern wann, wie viel und wie sie zahlen. Im ersten Konzept erhält der Arbeiter niemals den Mehrwert, entscheidet nicht darüber und niemand ist dafür verantwortlich, wofür er verwendet wird. Im zweiten Fall verwaltet der Arbeitnehmer etwas mehr und verlangt zu wissen, wie das „Geld der Steuerzahler“ verwendet wird. Im dritten System wird der Arbeitnehmer wahrscheinlich für die Kosten anderer aufkommen müssen, aber zumindest ist er versichert. Im vierten System verschwindet die Wahrnehmung von „gratis“ ganz.
In fast allen Ländern existieren mehr als ein System nebeneinander. In Kanada beispielsweise existieren das Steuersystem, das Versicherungssystem (viele Arbeitgeber zahlen die Prämien ganz oder teilweise als „Leistungen“) und in geringerem Umfang das Bargeldsystem nebeneinander. Entgegen der landläufigen Meinung sind diese Systeme nicht davon abhängig, ob die Gesundheitsversorgung öffentlich oder privat ist. Viele Privatkliniken rechnen ihre Leistungen mit dem Staat ab, so dass der Patient sie als „kostenlos“ empfindet.
Der Preis, den die Kubaner für die „kostenlose“ Medizin gezahlt haben, ist viel zu hoch: Armutslöhne, Gesundheitspropaganda als „Eroberung des Sozialismus“, medizinische Infrastruktur in einem baufälligen Zustand, Abwanderung von medizinischem Fachpersonal. Es ist an der Zeit, dass wir die Täuschung verstehen und eine bessere Verwendung unseres Geldes fordern. Dieses Konzept der kostenlosen Gesundheitsversorgung ist der populistische Aufhänger, mit dem der Sozialismus seine Opfer in die Falle lockt. Der Bürger erhält einen bestimmten Prozentsatz als Gehalt und der Staat behält den Rest, der eigentlich dem Bürger gehören sollte. Der Staat verkauft den Bürgern die Idee, dass alles umsonst ist, dass sie für nichts bezahlen müssen, und macht ihnen weis, dass sie deshalb in seiner „moralischen Schuld“ stehen, immer dankbar sein und sich nie über etwas beschweren sollten, da sie ja alles „umsonst“ bekommen haben.
Die kubanische Regierung, die ihre Ziele mit aller Entschlossenheit verfolgt, hat die kluge Initiative ergriffen, den Patienten den Betrag ihrer Arztrechnungen auszuhändigen, den sie zahlen müssten, wenn der freundliche Staat für seine Leistungen Gebühren erheben würde. Diese makabre Idee soll die Kubaner daran erinnern, dass es ihre Pflicht ist, der großen Revolution mit Dankbarkeit und Engagement zu begegnen. Eine weitere Möglichkeit, die Leistungsempfänger in den chaotischen Krankenhauseinrichtungen zu manipulieren.
Auf welcher Grundlage die Preise kalkuliert wurden, ist nicht transparent.




Es ist allgemein bekannt und in zahlreichen Studien sowie in der Praxis erwiesen, dass das sozialistische/kommunistische Staatsmodell (wie es auch in Kuba besteht) des grosszügigen Staates, der stellvertretend für alle Bürger sorgt und ihnen „gratis“ oder zu subventionierten Preisen alles zur Verfügung stellt, bereits von Vornherein zum Scheitern verurteilt ist.
Weitere Quellen: José Cemí, Roberto Álvarez Quiñones, Franco Martín López, Santiago Remón, Elizabeth Díaz, Orlando González,Tanya Sarruf, Orlando Freire Santana, Santiago García Abreu, Roberto Camba Baldomar